Aus der Geschichte Mesums

Bei einem Rundgang durch Mesum stößt der aufmerksame Betrachter immer wieder auf Spuren und Zeugnisse einer langen Vergangenheit. Steinerne Zeugen erzählen aus einer lebendig gebliebenen Geschichte. Schon in der Stein- und Bronzezeit lebten hier Menschen, wie zahlreiche Grabfunde, Hügelgräber und Streufunde nachhaltig belegen. Aus der altsächsischen Zeit und damit vor mehr als tausend Jahren kennen wir aus Ausgrabungen etliche Grundrisse von Häusern einer kleinen Siedlung: Untrüglicher Nachweis dafür, dass hier frühe Mesumer sesshaft waren.

Die Namensendung „-um“ im Ortsnamen lässt sich aus dem altfränkischen Wort „Heim“ herleiten und ist somit ein Indiz für ein hohes Alter des Ortes. Die Namensdeutung „Mesum“ = „Meisenheim“ ist allerdings mehr eine Anekdote als wissenschaftliche Erklärung. Allerdings führte dieser nicht ganz ernstzunehmende Erklärungsversuch zum späteren Gemeindewappen, das Mesum 1951 verliehen wurde: eine Meise, die auf ihrem Nestrand hockt.

Die schönste Seite in Mesums Geschichtsbuch ist die alte Kirche auf dem Friedhof. Sie ist das älteste Bauwerk in der Stadt Rheine. Das kleine gotische Gotteshaus entstand um 1350 und ist ein baugeschichtliches und architektonisches Juwel. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stammten die Steine aus der 1343 vom münsterschen Bischof Ludwig zerstörten Schwanenburg des Steinfurter Grafen, die „auf einer Emsinsel bei Mesum“ nahe der Bauerschaft Heine stand, wie eine alte Kriegschronik berichtet. Heute wird es von der katholischen St. Johannes-Pfarrgemeinde nach einer gründlichen Renovierung noch immer gern zu verschiedenen Anlässen und gottesdienstlichen Zwecken genutzt.

Weitere schöne Werke alter Bauhandwerkskunst lohnen mehr als nur einen flüchtigen Besuch: die schönen Speicher und wunderschönen alten Fachwerkbauten der Bauernhöfe Schulze Höping und Jochmaring; im Ortszentrum der translozierte Spieker mit der Begegnungsstätte „Josef-Kamp-Haus“; zwei noch erhaltene imposante Fachwerkhäuser früherer reicher Mesumer Kaufleute; die historischen Mühlengebäude Schulze Höping mit der immer noch intakten Ölmühle am kleinen Bachlauf; die frommen Wegebilder und Kreuze; die weiten, fruchtbaren Eschfluren, die immer noch landwirtschaftlich genutzt werden; das westlich angrenzende Naturschutzgebiet „Emsdettener Moor“ und schöne Wanderwege entlang der Ems, auf der Hohen Heide oder in einem der großen Wälder ringsum.

Klein, aber umso bemerkenswerter sind zwei kunsthandwerkliche Kostbarkeiten und historische Bildwerke im Ortszentrum, die sachkundig in allerletzter Zeit restauriert wurden und liebevoll von den Bürgern gepflegt werden: die alte Kreuzwegstation von 1864 und das Figurenensemble Lazarus-Bildstock und Wegekreuz, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Gleich in unmittelbarer Nähe stehen drei ortsbildprägende, denkmalwerte Gebäude von hohem lokalgeschichtlichem Wert: die alte Johannesschule von 1904, das ehemalige Verwaltungshaus, „Mesumer Rathaus“ genannt, und die Josefschule von 1910. Zu diesen und anderen Sehenswürdigkeiten, alle mit bronzenen Hinweistafeln versehen, führt ab Jahresende 2007 der „Historische Rundgang durch Mesum“.

Unübersehbar im Ortsbild und schon von weitem zu erkennen ist neben der schmalen Fabrikschlotsilhouette der alten Textilfabrik Gröning der hochaufragende Turm der neuen Pfarrkirche St. Johannes Bapt.. Er ist mit rund 56 Metern das höchste Mesumer Bauwerk. Die Kirche im neugotischen Stil wurde in den Jahren 1887 bis 1890 vom Architekten Hilger Hertel d.Ä. errichtet.

Die dritte Kirche in Mesum, die evangelische Samariter-Kirche an der Don-Bosco-Straße, entstand 1956, nachdem sich nach Zuzügen vieler Heimatvertriebener im ursprünglich rein katholischen Mesum eine immer größere evangelische Gemeinde gebildet hatte. Während die katholische St. Johannes Bapt. – Gemeinde nach wie vor eine selbständige Pfarre in der Seelsorgeeinheit ElMesHorst (gemeinsam mit den Pfarreien St. Ludgerus Elte und St. Mariä Heimsuchung Hauenhorst) ist, gehören die evangelischen Christen zur Jakobi-Gemeinde Rheine.

 

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